Rocker
Die Aufbiegung. Flach heißt: mehr Fläche im Wasser, früheres Angleiten, besseres Höhelaufen – und härtere Schläge im Kabbelwasser. Viel Rocker dreht das um.
KITETAGE · KITEGRÖSSE · BOARDGRÖSSE · QUIVER
Vier Rechner: Kitetage, Kitegröße, Boardgröße und Quiver. Wie oft dein Material an deinem Revier trägt – aus fünf Jahren gemessenem Stundenwind, ablandige Tage rausgerechnet – und welche Größen zu dir passen.
Kitetage berechnen oder direkt zur KitegrößeGebaut von einem Anfänger mit 115 kg, weil die meisten Tabellen bei 110 kg aufhören und die Faustformel auf 75 kg geeicht ist. Kein Shop, keine Werbung. Warum es diese Seite gibt
KITEFACTOR CALCULATOR
Wähle, was du berechnen möchtest. Deine Eingaben werden zwischen den Rechnern übernommen.
Ohne Revier: Wasserzustand selbst einschätzen.
Die Fläche selbst hängt nicht vom Fahrkönnen ab – wie in den Größentabellen der Hersteller. Das Können verbreitert den nutzbaren Windbereich dieser Größe.
Wird nur als kleine Feinkorrektur genutzt; Gewicht, Wind und Fahrkönnen sind wichtiger.
Für Foilboards gelten andere Größenkriterien; der Rechner zeigt dort bewusst keine Zentimeter-Empfehlung.
Die Balken zeigen nur die Tendenz des gewählten Setups, keine Messwerte.
Übernimmt Gewicht, Wind und den Sweet Spot als eigene Boardmaße in die Kite-Berechnung.
Ein Kite deckt nur einen Ausschnitt ab. Diese Rechnung sucht die Größen, die zusammen möglichst viele Tage deines Reviers tragen – und sagt dir, wie viele das sind.
Typischer Wind und Windqualität kommen aus dem Revier.
Die Abdeckung ist eine Modellrechnung aus typischer Windstärke und Windqualität des Reviers, keine Auswertung echter Messreihen. Sie zeigt, wie sich Größen zueinander verhalten – nicht, wie viele Tage ein bestimmtes Jahr hatte.
Die anderen drei Rechner sagen dir, welches Material passt. Dieser sagt dir, wie oft es passt: An wie vielen Tagen im Monat trägt dein eigener Quiver an diesem Revier – gerechnet aus fünf Jahren gemessenem Stundenwind, nicht aus einer Faustregel.
Gewertet wird nur, was du tatsächlich fahren kannst: mindestens zwei Stunden tragfähiger Wind bei Tageslicht, und ausschließlich aus den Richtungen, die an diesem Revier brauchbar sind. Ablandige Tage fallen heraus, und wann es hell ist, rechnet die Seite für jeden Tag aus Sonnenauf- und -untergang. Deshalb liegt die Zahl hier unter dem, was reine Windstatistiken zeigen – sie meint auch etwas anderes.
Dieselben Regeln lassen sich auch auf die nächsten Tage anwenden. Der Umschalter unter deinen Angaben wechselt zwischen beidem: „Wie oft geht es hier?“ rechnet den Monat aus fünf Jahren, „Geht es diese Woche?“ prüft die Vorhersage – Tag für Tag, mit deinen Größen. Die beiden Zahlen bleiben getrennt, weil sie verschiedene Fragen beantworten.
Der Wind kommt aus der Messreihe dieses Ortes, Wasserzustand und Windqualität aus dem Steckbrief.
Tippe an, welche Größen du hast.
Die Grenzen kommen aus Sonnenauf- und -untergang für dieses Revier und dieses Datum, nicht aus einer festen Uhrzeit – im Dezember ist um 16:30 Schluss, im Juni erst nach 22 Uhr.
Die Reanalyse rechnet auf einem groben Raster und glättet thermische Systeme und Düseneffekte. An vielen Revieren weht es an der Wasserkante einige Knoten mehr als hier steht, an anderen bei ablandigem Wind weniger. Die Quote ist eine belastbare Schätzung über fünf Jahre – keine Zusage für eine bestimmte Woche.
Hinweis: Kitesurfen hängt zusätzlich von Kite-Modell, Board, Fahrkönnen, Wasserbedingungen und Windqualität ab. KiteFactor ersetzt keine Schulung oder lokale Einschätzung.
WARUM ES DIESE SEITE GIBT
Ich habe selbst vor Kurzem angefangen: 115 kg, 195 cm. Die meisten Tabellen hören bei 90 bis 110 kg auf, und die verbreitete Faustformel ist auf einen 75-Kilo-Fahrer geeicht. Was darüber liegt, musste ich mir aus Forenbeiträgen, Herstellerangaben und widersprüchlichen Ratschlägen zusammensuchen. Oft ging es gar nicht.
Richtig aufgefallen ist es mir bei der ersten Session allein – an einem anderen Spot als dem, an dem ich gelernt hatte. Anderes Revier, andere Verhältnisse, und plötzlich stimmte nichts mehr von dem, was am Übungsstrand funktioniert hatte.
Diese Seite ist das, was ich damals gebraucht hätte. Die Rechner gehen bis 180 kg, weil genau dort das Problem anfängt und nicht aufhört. Das Revier geht in die Rechnung ein, weil Flachwasser und Kabbelwelle bei gleichem Wind nicht dieselbe Größe verlangen. Und die Seite verkauft nichts – kein Shop, keine Werbung, keine Empfehlungslinks. Ich baue sie weiter, weil ich sie selbst benutze.
Die Frage, die mich am meisten gekostet hat, war aber eine andere: Lohnt sich die Fahrt überhaupt? Windstatistiken sagen, wie oft es weht. Sie sagen nicht, ob es nachts weht, ob es ablandig weht und ob eine meiner Größen es trägt. Genau das rechnet der erste Bereich – aus fünf Jahren gemessenem Stundenwind, nur bei Tageslicht, nur aus den Richtungen, die das Revier brauchen kann, und nur mit den Kites, die ich wirklich besitze. Die Zahl fällt dadurch niedriger aus als anderswo. Sie meint auch etwas anderes.
Seit Kurzem stehen unter den Ergebnissen auch Modellnamen. Das ist keine Empfehlung und erst recht keine Werbung. Ich zeige nur, welche aktuellen Modelle es in der errechneten Größe gibt und was der Hersteller dazu bestätigt – und wo er nichts sagt, steht das auch so da. Keine Reihenfolge, keine Shoplinks, kein Geld dafür. Welcher davon zu dir passt, entscheidet sich auf dem Wasser, nicht in einer Tabelle.
Und sie wächst mit dem, was zurückkommt. Ich fahre selbst erst an einer Handvoll Reviere und kenne längst nicht jede Bedingung – wenn dir eine Zahl falsch vorkommt, ein Revier fehlt oder dir etwas auffällt, das besser ginge, schreib es mir. Was sinnvoll ist, baue ich ein.
Sven
KITE-TYPEN
Zwei Kites mit 10 m² können sich völlig unterschiedlich anfühlen. Was sie unterscheidet, ist vor allem die Streckung – das Verhältnis von Spannweite zu Tiefe – und der Shape. Daraus folgt fast alles andere: wie früh ein Kite angleitet, wie viel Depower er hat, wie er dreht und wie er sich in Böen verhält.
| Typ | Erkennbar an | Stark bei | Schwach bei |
|---|---|---|---|
| Freeride Delta / Bow |
Mittlere Streckung, geschwungene Front, viel Depower-Weg | Breiter Windbereich, gutmütige Böen, sicherer Wasserstart | Nichts richtig extrem – weder Höchstleistung noch Leichtwind |
| Big Air | Höhere Streckung, direkter Bar-Druck, oft fünf Leinen | Hangtime, Kontrolle bei viel Wind, dosierbare Kiteloops | Weniger Depower-Reserve, verlangt Erfahrung |
| Lightwind | Große Fläche, hohe Streckung, dünne Leinen | Frühes Angleiten, Fahren, wo andere am Strand stehen | Träges Drehen, enge Windobergrenze, empfindlich |
| Wave / Surf | Kompakt, kurze Drehachse, schnelle Reaktion | Drift an der Welle, sofortiges Ansprechen | Wenig Sprung, kleinerer nutzbarer Bereich |
Ein Meter mehr oder weniger Fläche verschiebt deinen nutzbaren Windbereich um wenige Knoten. Die falsche Kategorie kostet dich den ganzen Tag: Ein Big-Air-Kite bei 14 Knoten steht nur im Weg, ein Lightwind-Kite bei 28 Knoten ist gefährlich. Deshalb nennt der Rechner beides.
Ein einzelner Kite deckt ungefähr einen Bereich von zehn Knoten ab. Zwei Größen im Abstand von drei bis vier Quadratmetern – etwa 9 und 12 – decken fast alles ab, worauf man rausgeht. Die dritte Größe bringt weniger, als die meisten erwarten, und lohnt erst, wenn dein Spot regelmäßig an einem Ende ausreißt.
BOARDS
Ein größeres Board gleitet früher an und ersetzt damit ein Stück Kitefläche – spürbar bei wenig Wind, kaum noch bei 30 Knoten. Genau so rechnet es der Rechner: Boardtyp und Boardmaße fließen ein und werden mit dem verglichen, was für dein Gewicht üblich ist.
Auf dem Foilboard verschiebt sich die Rechnung deutlich stärker, weil der Flügel den Auftrieb liefert statt der Kite die Rumpfgeschwindigkeit.
Umgekehrt geht es auch: Der Rechner nennt zu Gewicht, Wind und Fahrkönnen einen passenden Boardbereich – und übernimmt ihn auf Wunsch direkt in die Kiteberechnung.
Zwei Boards mit 140 × 42 können sich deutlich unterschiedlich fahren. Drei Merkmale entscheiden darüber, und keines davon steht in einer Größentabelle:
Die Aufbiegung. Flach heißt: mehr Fläche im Wasser, früheres Angleiten, besseres Höhelaufen – und härtere Schläge im Kabbelwasser. Viel Rocker dreht das um.
Breite bringt Auftrieb bei niedriger Geschwindigkeit und wirkt beim Angleiten stärker als Länge. Zu breit wird unangenehm, sobald man die Kante wirklich belasten will.
Große Finnen ab 4 cm geben Grip und machen Höhelaufen leichter – für Einsteiger der unterschätzte Punkt. Weicher Flex schluckt Kabbel, steifer gibt mehr Pop zurück.
Als Faustregel steht die Breite in festem Verhältnis zur Länge, ungefähr 3,3 zu 1. Boards, die deutlich davon abweichen, sind Spezialisten – Doors für Leichtwind, schmale Bretter für Speed.
Auf dem Foilboard verschiebt sich die Rechnung deutlich stärker, weil der Flügel den Auftrieb liefert statt der Kite die Rumpfgeschwindigkeit.
KITE-ABC
Kein Lexikon zum Auswendiglernen, sondern die Wörter, die im Kurs, am Spot und im Rechner ständig fallen. Die beiden Grundprinzipien sind direkt sichtbar; alle weiteren Erklärungen öffnen sich erst beim Anklicken.
Beispiel Beim Wasserstart wird der Kite kurz durch einen kräftigeren Teil des Windfensters gelenkt. Je tiefer die Flugbahn, desto stärker der Zug.
Beispiel Weht der Wind von Westen nach Osten, liegt Westen in Luv und Osten in Lee. Verlierst du das Board, treibst du zunächst nach Lee.
Weniger Anstellwinkel und damit weniger Zug am Kite – über das Wegschieben der Bar und zusätzlich über den Adjuster. Depower ist keine Ausschaltfunktion.
Beispiel In einer Böe schiebst du die Bar kontrolliert weg. Der Kite zieht weniger, bleibt aber weiterhin aktiv.
Onshore weht vom Wasser zum Land, Sideshore parallel zur Küste und Offshore vom Land aufs Wasser. Side-onshore verbindet seitlichen Wind mit einer Komponente zurück zum Ufer.
Beispiel Ablandiger Offshore-Wind trägt dich bei Problemen weiter hinaus. Ohne geeignetes Revier und Rescue-Service ist er keine Einsteigerbedingung.
Low-End bezeichnet den unteren, High-End den oberen nutzbaren Windbereich eines Kites. Fahrergewicht, Board, Können und Wasserzustand verschieben beide Grenzen.
Beispiel Ein größeres Board verbessert meist das Low-End. Am High-End entscheidet stärker, wie sicher du Kante und Depower kontrollierst.
Der Neustart eines auf dem Wasser liegenden Kites. Er wird kontrolliert zum Windfensterrand bewegt und von dort wieder gestartet.
Beispiel Liegt die Fronttube auf dem Wasser, bringt passender Leinenzug den Kite zunächst auf eine Flügelspitze.
Fortbewegung ohne Board, bei der der Kite dich durch das Wasser zieht. Der Bodydrag gehört zur Materialrettung und zur Vorbereitung auf den Wasserstart.
Beispiel Nach einem Sturz nutzt du den Bodydrag, um kontrolliert zu deinem verlorenen Board zurückzukommen.
Kite am Windfensterrand halten, etwa 10 Uhr und nicht zu hoch. Gesteuert wird mit kleinen, ruhigen Bewegungen – ruckartige Züge bringen dich unter Wasser statt vorwärts.
Der Übergang aus dem Wasser aufs Board. Boardposition, Blickrichtung und ein dosierter Lenkimpuls des Kites müssen zusammenpassen.
Beispiel Zu viel Zug zieht dich über das Board, zu wenig Zug lässt dich sitzen. Entscheidend ist ein kontrollierter Impuls.
Schräg gegen den Wind fahren und dabei Strecke nach Luv gewinnen. Direkt in den Wind kann ein Kiteboard nicht fahren.
Beispiel Kommst du nach mehreren Schlägen oberhalb deines Startpunkts zurück, bist du erfolgreich Höhe gelaufen.
Die Boardkante gegen den Zug des Kites belasten. Damit steuerst du Richtung und Geschwindigkeit und verhinderst unkontrolliertes Wegrutschen.
Beispiel Zieht der Kite stärker, erhöhst du den Druck auf die Fersenkante, statt nur die Bar heranzuziehen.
Die Aufbiegung des Boards von der Seite betrachtet. Wenig Rocker gleitet früh an; mehr Rocker fährt weicher durch Kabbel und Landungen.
Beispiel Zwei Boards mit denselben Maßen können sich wegen ihres Rockers völlig unterschiedlich anfühlen.
Das Verhältnis von Spannweite zu Tiefe eines Kites. Gestreckte Kites sind tendenziell effizienter; kompakte Formen drehen meist enger und sind oft leichter zu kontrollieren.
Beispiel Zwei Kites mit 10 m² können wegen ihrer unterschiedlichen Streckung deutlich anders drehen und Höhe laufen.
Die persönliche Zusammenstellung mehrerer Kitegrößen für unterschiedliche Windbereiche.
Beispiel Ein Quiver aus 9 und 12 m² deckt einen breiteren Bereich ab als ein einzelner Kite – die passenden Größen hängen aber vom Fahrer und Revier ab.
Die Lenkstange. Über die beiden Außenleinen steuerst du, über Heranziehen und Wegschieben regelst du den Zug. Breite Bars geben mehr Hebel für große Kites, schmale reagieren feiner. Gängig sind etwa 42 bis 53 cm, viele Bars lassen sich zwischen zwei Breiten verstellen.
Beispiel Die Bar kommt meist passend zum Kite. Wer 7 und 15 m² fährt, kommt mit einer verstellbaren Bar für beide Größen zurecht.
Die verdickten Enden der Lenkstange, an denen die Backleinen ankommen. An einem davon sitzt bei den meisten Bars eine Entriegelung, mit der sich eine Backleine einzeln lösen lässt – das ist die zweite Sicherheitsstufe neben dem Quick Release.
Beispiel Rot ist links, blau ist rechts. Diese Farbregel ist bei praktisch allen Herstellern gleich und der schnellste Weg, im Wasser die Seiten auseinanderzuhalten.
Üblich sind 20 bis 24 Meter. Kurze Leinen verkleinern das Windfenster: Der Kite reagiert schneller und zieht weniger. Lange Leinen vergrößern es, bauen mehr Druck auf und helfen bei wenig Wind. Mit Verlängerungen lässt sich dieselbe Bar umbauen.
Beispiel An engen oder böigen Revieren fahren viele kürzer, weil der Kite direkter reagiert und weniger Platz braucht.
Die mittlere Leine, die durch die Bar hindurchläuft. Über sie geht der Hauptzug des Kites, und über sie regelst du ihn: Ziehst du die Bar heran, bekommt der Kite mehr Anstellwinkel und mehr Druck, schiebst du sie weg, weniger.
Oberhalb der Bar teilt sie sich in die beiden Frontleinen, die zum Kite laufen. Auf dem Bild ist nur der Teil unterhalb der Teilung zu sehen.
Beispiel Wegschieben ist der erste Reflex, den man lernen muss. In einer Bö will man instinktiv festhalten und zieht dabei die Bar heran – genau das Falsche.
Am oberen Ende jeder Backleine sitzt eine kleine Verstellung mit mehreren Schlaufen. Damit gleichst du aus, wenn eine Seite über die Zeit länger geworden ist.
Leinen recken sich im Gebrauch, und sie tun es nicht gleichmäßig. Das ist normal und kein Materialfehler.
Beispiel Zieht dein Kite ohne erkennbaren Grund immer zur selben Seite, sind meist nicht die Leinen falsch eingehängt, sondern eine hat sich gelängt. Vor dem Nachstellen die Leinen ausgelegt vergleichen.
Die beiden weichen Körper an den Bar-Enden. Sie halten die Bar an der Wasseroberfläche, wenn du sie loslässt, und schützen nebenbei die Leinenverstellung darüber.
Beispiel Ohne Float sinkt die Bar. Im stehtiefen Flachwasser findest du sie wieder, im tiefen Wasser nicht – und dann hängst du am Kite, ohne ihn steuern zu können.
Ein verschiebbarer Gummikörper auf der Depower-Leine über der Bar. Er begrenzt, wie weit die Bar von dir wegrutschen kann, wenn du sie loslässt.
Sitzt er zu tief, ist die Bar zwar immer in Reichweite – aber der Kite kann nicht mehr vollständig aus dem Druck gehen. Damit nimmst du dir genau die Reserve, die du in einer Bö brauchst.
Beispiel Für die ersten Saisons gehört der Stopper weit nach oben oder ganz weg. Bequemer ist er unten, sicherer oben.
Die Verstellung an der Depower-Leine, mit der du die Grundeinstellung veränderst – dauerhaft, nicht nur solange du ziehst. Kürzer getrimmt heißt mehr Druck, länger heißt weniger.
Trimm und Bar machen dasselbe, aber auf verschiedenen Zeitskalen: Der Trimm stellt ein, wo dein Kite steht, die Bar regelt darum herum.
Beispiel Wenn du die Bar dauernd angezogen halten musst, ist zu viel Trimm draußen. Nachtrimmen ist weniger anstrengend als dagegenhalten – und du behältst Weg an der Bar für den Fall, dass es doch mehr wird.
Die Schlaufe am unteren Ende der Bar. Sie wird in den Haken des Trapezes eingehängt und überträgt den Zug des Kites auf deinen Körper statt auf deine Arme.
Loop und Haken werden oft verwechselt, auch in Ratgebern: Der Loop gehört zur Bar, der Haken zum Trapez.
Beispiel Hängst du aus, hältst du den vollen Zug mit den Armen. Deshalb ist Unhooked-Fahren anstrengend und nichts für den Anfang.
Der Metallring am Chickenloop, in den die Safety Leash eingehängt wird. Nach dem Auslösen ist er die Verbindung, die dich noch am Kite hält – und die verhindert, dass er allein davonfliegt.
Beispiel Vor jedem Start prüfen, ob die Leash wirklich im Ring hängt und der Verschluss zu ist. Wer auslöst und feststellt, dass die Leash nicht eingehängt war, sieht seinen Kite das letzte Mal.
Der kurze Stab aus Kunststoff oder Gummi, der nach dem Einhaken quer durch den Chickenloop geschoben wird. Er macht die Schlaufe zu breit, um von allein aus dem Haken zu rutschen – gemeint ist das ungewollte Aushängen, nicht das Auslösen.
Viele neuere Bars haben ihn nicht mehr; dort übernimmt ein drehbarer Verschluss am Loop dieselbe Aufgabe. Andere Namen für dasselbe Teil: Donkey Dick, Chickenfinger.
Beispiel Mit gestecktem Stick kommst du nicht nebenbei aus dem Haken. Das ist kein Nachteil: Der Weg aus einer brenzligen Lage führt über den Quick Release, nicht über das Aushängen.
Das Trapez nimmt die Kraft des Kites auf und gibt sie an deinen Körper ab. Das Sitztrapez hat Beingurte, sitzt tief und rutscht nicht hoch – für den Anfang meist die bessere Wahl. Das Hüfttrapez sitzt nur auf der Hüfte, lässt mehr Bewegung zu und kann bei viel Zug nach oben wandern.
Entscheidend ist nicht der Preis, sondern ob es zu deiner Form passt. Ein Trapez, das im Laden gut sitzt, kann im Wasser unter Zug völlig anders liegen.
Beispiel Rutscht dir das Trapez ständig zu den Rippen, liegt es selten am Zug, sondern an Sitz und Bauart. Ein Sitztrapez löst das Problem meist sofort.
Die Schiene vorn am Trapez. Sie trägt den Haken und verteilt den Zug über die Breite, statt ihn auf einen Punkt zu bringen.
Breite und Form bestimmen mit, wie sich der Zug anfühlt. Sie ist bei den meisten Trapezen wechselbar – lange bevor das ganze Trapez ausgedient hat.
Beispiel Drückt dein Trapez, lohnt der Blick zuerst auf die Spreader Bar. Sie zu tauschen ist deutlich billiger als ein neues Trapez.
Der Haken auf der Spreader Bar, in den der Chickenloop eingehängt wird. Er zeigt nach oben, damit der Loop beim Aushängen von selbst herausrutscht statt hängen zu bleiben.
Hakenformen unterscheiden sich – schmal, breit, flach. Für den Anfang ist das zweitrangig; der Sitz des Trapezes ist es nicht.
Beispiel Manche Spreader Bars tragen statt des Hakens einen D-Ring – etwa fürs Wave- und Strapless-Fahren. Dann wird der Chickenloop nicht eingehängt, sondern über eine Leine geführt.
Die Metallöse oder Schlaufe seitlich an der Spreader Bar. Hier hängt das eine Ende der Safety Leash – das andere sitzt im Sicherungsring am Chickenloop. Löst du aus, ist diese Öse die Verbindung, die den Kite noch bei dir hält.
Wo genau sie sitzt, unterscheidet sich je nach Trapez: mal eine Öse im Gurtband wie hier, mal eine Schlaufe an der Spreader Bar selbst. Im Zweifel gilt die Anleitung deines Trapezes, nicht dieses Bild.
Beispiel Sie hält im Ernstfall den vollen Zug des Kites und ist gleichzeitig das Teil, das am seltensten angesehen wird. Ein Blick auf Öse und Gurtband gehört zur Materialkontrolle wie der Blick auf die Leinen.
Die Auslösung am Chickenloop. Ein Griff trennt dich vom Loop; der Kite bleibt dann nur noch über die Safety Leash mit dir verbunden und verliert seinen Zug. Die Auslösung ist kein Notbehelf, sondern der vorgesehene Weg aus einer Lage, die du nicht mehr kontrollierst.
Beispiel Du musst sie im Dunkeln und unter Zug finden. Deshalb wird das Auslösen geübt, bevor man es braucht – und das Zurücksetzen gleich mit.
Die letzte Verbindung zwischen dir und dem Kite, vom Trapez zur Bar. Nach dem Auslösen hängt der Kite an einer einzelnen Leine, klappt weg und verliert seine Kraft – das nennt man ausflaggen.
Beispiel Auch die Leash hat eine eigene Auslösung. Sie trennt dich ganz vom Kite und ist der letzte Schritt, wenn selbst der ausgeflaggte Kite noch zieht.
Sideshore und leicht auflandiger Wind sind die brauchbarsten Richtungen: Wer Probleme bekommt, treibt zum Ufer und nicht davon weg. Auflandig geht ebenfalls, verlangt aber Abstand zum Strand, weil Böen dich an Land ziehen können.
Ablandiger Wind ist der gefährliche Fall. Er kommt über Land, hat Hindernisse überwunden und ist deshalb böig – und wenn er nachlässt, kommst du nicht zurück. Zurückschwimmen gegen den Wind ist mit Material kaum zu schaffen.
Beispiel Zum Lernen werden 12 bis 22 Knoten genannt, also 4 bis 5 Beaufort. Ablandig ist dabei keine Frage der Windstärke: Das lässt man am Anfang ganz.
Lee ist die Richtung, in die dich alles trägt, wenn etwas schiefgeht. Dort muss Platz sein, und zwar frei von Bäumen, Steinen, Buhnen, Menschen und Tieren. Und dort muss ein Notausstieg liegen – eine Stelle, an der du auch ungewollt an Land kommst.
Als Abstand gelten zwei Leinenlängen als Minimum, drei als gut – zu Buhnen, zu Schwimmern, zu anderen Wassersportlern.
Beispiel Steht in Luv eine Häuserzeile, ein Wald oder eine Düne, wird der Wind dahinter böig und unstet. Wie weit das reicht, hängt vom Hindernis ab – im Zweifel weiter weg aufbauen.
Über Menschen oder Hindernissen im Flugradius wird nicht gestartet – auch nicht kurz. In der Start- und Landezone wird nicht gefahren, sie bleibt frei.
Den eigenen Platz in Lee der anderen wählen. Wer in Luv startet, schickt seinen Kite im Zweifel über die Köpfe der übrigen.
Beispiel Zum Starten gehört jemand, der landet. Wer keinen findet, sollte das als Antwort auf die Frage nehmen, ob heute ein guter Tag ist.
Verlass dich nicht darauf, dass das Wasser bei Flut zum Ufer und bei Ebbe hinaus läuft. Im Uferbereich lenken Sandbänke, Inseln und Buhnen die Strömung um; sie folgt der Tide nur im Ausnahmefall direkt.
Am stärksten läuft sie jeweils in der dritten und vierten Stunde vor und nach dem Hochwasser. Wer den Gezeitenkalender kennt, weiß also nicht nur wann viel Wasser da ist, sondern auch wann es am meisten zieht.
Beispiel Läuft die Strömung in dieselbe Richtung wie der Wind, addiert sich beides zur Abdrift. Genau davor warnt der Steckbrief von St. Peter-Ording.
Bei Gewitter und bei dunklen Wolkenfronten wird nicht gekitet. Der Grund ist nicht der Regen, sondern der Blitz: Ein Kite steht je nach Leinenlänge bis zu dreißig Meter hoch in der Luft.
Eine heranziehende Front bringt außerdem Böen und Drehungen. Was beim Aufbauen noch gepasst hat, kann eine halbe Stunde später eine Nummer zu groß sein.
Beispiel Die Vorhersage vor dem Losfahren ansehen, den Himmel am Strand. Beides ersetzt das andere nicht.
Muskelkraft geht vor Segelkraft: Schwimmer, Wellenreiter, SUP und Kanu haben Vorfahrt. An der deutschen Küste gelten Kitesurfer rechtlich als Sportgerät und sind damit gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern ausweichpflichtig.
Dazu die Zonen, in denen gar nicht gefahren wird: Naturschutzgebiete, Badezonen, Sperrgebiete. Die sind meist ausgeschildert, und sie werden kontrolliert.
Beispiel An einem fremden Revier lohnt die Frage vor Ort mehr als jede Karte. Wer dort regelmäßig fährt, kennt die Ecke, in der es zieht.
Vor dem Auslegen den Boden absuchen: Scherben, Steine, Muschelkanten. Was den Kite oder eine Leine beschädigt, findet man besser jetzt als später auf dem Wasser. Die Leinen werden nach Lee abgewickelt, die Enden mit etwas Sand beschwert, damit sie nicht davonwehen.
Kontrolliert wird nach dem Schienenprinzip: Man verfolgt jede Leine bis zum Kite. Sie dürfen sich nirgends überschneiden und müssen an den richtigen Anknüpfpunkten ankommen. An vollen Spots legt man die Leinen quer zum Wind aus – das spart Platz und kreuzt nicht die Startbahn der anderen.
Beispiel Wer die Leinen nicht selbst verbunden oder kontrolliert hat, startet den Kite nicht. Das gilt auch, wenn jemand anderes es gut gemeint hat.
Ein aufgebauter, unbeaufsichtigter Kite ist das, was am Strand am häufigsten schiefgeht. Gesichert wird er, indem man ihn auf den Rücken dreht und die Abströmkante mit reichlich Sand beschwert – nicht mit einer Handvoll.
Nach dem Landen gilt dasselbe: entweder ein Helfer sichert den Kite, oder die Leash wird an einem festen Gegenstand befestigt. Erst dann lässt man ihn aus den Augen.
Beispiel Böen kommen auch am Strand. Ein losgerissener Kite mit gespannten Leinen läuft durch die Powerzone – und dort steht meist jemand.
Gestartet und gelandet wird am Windfensterrand, nicht in der Powerzone. Beim Tubekite hebt der Helfer den Kite an der Anströmkante an und lässt ihn los, sobald der Fahrer das Zeichen gibt – nicht vorher, nicht auf Zuruf von Dritten.
Softkites verhalten sich anders, weil sie ihre Form erst durch Stauluft bekommen. Bei wenig Wind brauchen sie etwas Zug, um sich zu füllen; bei viel Wind gilt trotzdem der Windfensterrand. Dass man einen Softkite bei Starkwind durch die Powerzone reißen müsse, ist ein Irrglaube.
Beispiel Zum Landen gehört ein Landeplatz ohne Hindernisse und ohne Personen in Reichweite. Vorher hinsehen, nicht erst wenn der Kite schon kommt.
Gegen den Wind gefahren ist der Bodydrag das Mittel, mit dem man ein weggeschwommenes Board zurückholt. Wie er funktioniert, steht im Abschnitt „Starten und Fahren“.
Deshalb ist eine Boardleash beim Kitesurfen die Ausnahme und nicht die Regel: Das zurückschnellende Board trifft im Zweifel den Kopf. Wer ohne fährt, muss den Bodydrag beherrschen – sonst ist das Board weg und man schwimmt.
Beispiel Beides zusammen gedacht: Ohne sicheren Bodydrag gegen den Wind gehört man nicht in tiefes Wasser, egal wie gut der Wasserstart klappt.
Es gibt eine Stufenfolge, und sie hat einen Grund. Zuerst die Bar loslassen – der Kite verliert seinen Zug, oft reicht das schon. Reicht es nicht, kommt der Quick Release am Chickenloop. Die Safety-Leash zu lösen ist der letzte Schritt.
Zuletzt deshalb, weil ein Kite ohne jede Verbindung herrenlos über Wasser und Strand geht und andere gefährdet. Solange er an der Leash hängt, ist er ausgeflaggt und bleibt bei dir.
Beispiel Wird die Bar losgelassen, muss sie nach dem Abstürzen des Kites schnellstmöglich wieder erreicht werden – schwimmend. Deshalb übt man das, bevor man es braucht.
1
2
3
Unter Zug
Ausgeflaggt
Wenn das Ufer nicht mehr erreichbar ist – der Wind flaut ab, eine Leine reißt, das Board ist weg –, gilt: Quick Release ziehen, den Kite bergen und zurückschwimmen. Dafür holt man die Leash ein, zieht die Bar heran und wickelt die Leinen ordentlich auf, damit sich nichts um Beine oder Trapez legt.
Am Kite angekommen, sichert man die Leinen an der Bar, dreht den Kite um, sodass die Fronttube in den Wind zeigt, und legt sich hinein. So treibt man nicht nur, sondern ist auch sichtbar. Vorankommen kann man dabei nach Lee und seitwärts – gegen den Wind nicht.
Beispiel Kite und Board sind die Rettungsinsel: Als kleiner Kopf im Wasser wird man kaum gefunden, auf einer Fläche von mehreren Quadratmetern schon. Deshalb trennt man sich vom Kite nur, wenn es einen zwingenden Grund gibt.
Zwölf Fragen aus den Begriffen dieser Seite. Das ist eine Selbstkontrolle und ausdrücklich keine Prüfung: Für die VDWS-Lizenz sind fünf praktische und eine theoretische Prüfung vorgeschrieben, die nur eine Schule abnehmen kann.
Das Kite-ABC erklärt die Begriffe, ersetzt aber keine praktische Schulung, Reviereinweisung oder Sicherheitsübung.
REVIERE
Dieselben 18 Knoten fühlen sich auf spiegelglattem Wasser hinter einer Sandbank völlig anders an als in der Nordseewelle. Deshalb rechnet der Rechner nicht mit einem abstrakten Wasserzustand, sondern mit dem Revier: Jeder Eintrag hier bringt seine Eigenschaften mit und verschiebt damit die Kitegröße. Was hier steht, sind die Dinge, die sich nicht ändern – Wasser, Windqualität, brauchbare Richtungen, Gezeiten, Stehtiefe.
Jedes Revier hat eine eigene Seite mit Steckbrief, brauchbaren Windrichtungen und einer für dieses Revier gerechneten Größentabelle bis 140 kg. Alle Revierseiten ansehen
| Revier | Wasser & Wind | Richtung, Saison | Gezeiten, Tiefe | Worauf achten |
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Zur Schulfrage steht hier nur, ob es vor Ort eine Station gibt – keine Namen. Schulen machen auf und zu, ziehen um und wechseln den Betreiber; eine Liste wäre nach einer Saison halb falsch. Wo nichts steht, ist die Lage nicht geprüft und nicht etwa geklärt. Wer eine Schule sucht, findet die gepflegten Verzeichnisse beim VDWS und bei der IKO.
Der Unterschied ist praktisch, nicht ästhetisch. An der Nordsee bestimmen Gezeiten, wann du überhaupt aufs Wasser kannst, und viele Spots liegen im Wattenmeer mit Schutzgebieten und saisonalen Sperrungen. Die Ostsee hat kaum Tide, mehr stehtiefe Reviere und liegt für Einsteiger deutlich näher an einem entspannten ersten Tag. Dafür ist der Wind an der Nordsee im Mittel kräftiger.
Ablandiger Wind. Bläst er vom Ufer aufs Wasser hinaus, treibt jedes Materialversagen dich vom Land weg statt zurück – und die Bedingungen fühlen sich dabei ruhiger an, als sie sind. Das ist die Windrichtung, die man an einem fremden Spot als Erstes prüft, nicht die Stärke. An fast jedem Revier gibt es für ablandige Tage einen Ausweichspot in der Nähe.
Diese Übersicht ist recherchiert, nicht selbst erfahren, und ersetzt keine Reviereinweisung vor Ort. Lokale Regeln, Kitezonen und Sperrungen ändern sich; an manchen Spots ist eine Einweisung durch die ansässige Schule sogar Pflicht. Im Zweifel vor Ort fragen.
FEEDBACK
Der Rechner ist an veröffentlichte Größentabellen angeglichen, nicht an dich. Ein paar Stellschrauben darin – der Einfluss von Fahrkönnen, Welle und Wind auf die Boardgröße – beruhen auf Erfahrungswerten. Wer nach einer Session zurückmeldet, ob die Größe zu klein oder zu groß war, verschiebt genau diese Zahlen in die richtige Richtung. Pflicht ist nur die Sternebewertung, alles andere freiwillig.